Theoriearchitektur

Einleitung

Eine Theoriearchitektur muss zur Wirklichkeit passen. Die Wirklichkeit von Wirtschaft und Gesellschaft ist durch ihre katallaktische beziehungsweise triadische Struktur geprägt.

Die hier entwickelte Architektur stellt von der Relation Subjekt–Objekt auf die Beziehung Subjekt–Subjekt–Objekt um. Tausch ist die elementare soziale Operation dieser Ordnung; Geld ist das Medium, das sie verallgemeinert, stabilisiert und über den Kreis persönlich verbundener Menschen hinaus erweitert.

Folgende sechs Themen führen von der Kritik der Subjektzentrierung über Katallaktik und Systemtheorie bis zur Geldordnungspolitik und zur Kritik des sozialistischen Gesellschaftsideals.

Thema 1

Kritik der Ökonomik

Warum eine Theorie isolierter Wahlhandlungen die gesellschaftliche Wirklichkeit der Wirtschaft verfehlt.

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Thema 2

Katallaktik

Wie Tausch und Geld autonome Einheiten verbinden und einen gemeinsamen Wirtschaftsraum hervorbringen.

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Thema 3

Wirtschaft als System mit Gestalt

Warum Wirtschaft ein emergenter Prozess mit eigener Gestalt ist, der politischer Gestaltung bedarf.

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Thema 4

Theorie versus Praxis

Warum Handlungstheorien bestehende Ordnungen voraussetzen und durch eine Theorie ihrer Entstehung ergänzt werden müssen.

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Thema 5

Geldordnungspolitik

Wie Geldmaterial, Emission und Souveränität die Geldordnung bestimmen und warum Vollgeld gefordert wird.

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Thema 6

Sozialismus

Warum dyadisches Denken Gesellschaft fälschlich wie ein planendes Gesamtsubjekt behandelt.

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Thema 5 im Detail

Geldordnungspolitik

Geld ist primär durch seine Qualität als Tausch- und Zahlungsmittel bestimmt. Alle weiteren Funktionen und Eigenschaften des Geldes bauen darauf auf. Was sich im Laufe der Geschichte ändert, ist das Geldmaterial. Geld muss in einer bestimmten Menge vorhanden sein und auf eine bestimmte Weise in Umlauf gebracht werden.

Das Was – das Geldmaterial: Münzen, Banknoten oder Buchgeld –, das Wer – die emittierende Institution – und das Wie – die Art der Inumlaufbringung – bestimmen die jeweilige Geldordnung.

Geld muss handhabbar sein, auch über große Distanzen. Zugleich muss es allgemein gelten, was letztlich nur der Staat gewährleisten kann. Diese Anforderungen führten mit der Entwicklung geeigneter Technologien zur Entmaterialisierung des Geldes und schließlich zu digitalem, chartalem Buchgeld.

Die Forderung nach der Staatlichkeit des Geldes ergibt sich auch normativ: Das Privileg, Symbolgeld – Papier- oder Buchgeld – ohne entsprechende Produktionskosten zu erzeugen, steht dem Souverän zu. Im gegenwärtigen zweistufigen Geldsystem erzeugt der Souverän nur einen kleinen Teil der umlaufenden Geldmenge, während Geschäftsbanken den überwiegenden Teil als Giralgeld schaffen. Dieses System weist erhebliche Schwächen auf und begünstigt die Hypertrophie des Finanzsystems. Die Vollgeldreform will auch elektronisches Buchgeld zu einem vollwertigen öffentlichen Zahlungsmittel machen.


Leitsätze

Geldordnung wird durch das Was, das Wer und das Wie der Geldemission bestimmt.

Allgemeines Geld benötigt eine souveräne Gewährleistung.

Das Privileg der Schaffung von Symbolgeld gehört in öffentliche Hand.