Thema 5
Geldordnungspolitik
Geld ist primär durch seine Qualität als Tausch- und Zahlungsmittel bestimmt. Alle weiteren Funktionen und Eigenschaften des Geldes bauen darauf auf. Was sich im Laufe der Geschichte ändert, ist das Geldmaterial. Geld muss in einer bestimmten Menge vorhanden sein und auf eine bestimmte Weise in Umlauf gebracht werden.
Das Was – das Geldmaterial: Münzen, Banknoten oder Buchgeld –, das Wer – die emittierende Institution – und das Wie – die Art der Inumlaufbringung – bestimmen die jeweilige Geldordnung.
Geld muss handhabbar sein, auch über große Distanzen. Zugleich muss es allgemein gelten, was letztlich nur der Staat gewährleisten kann. Diese Anforderungen führten mit der Entwicklung geeigneter Technologien zur Entmaterialisierung des Geldes und schließlich zu digitalem, chartalem Buchgeld.
Die Forderung nach der Staatlichkeit des Geldes ergibt sich auch normativ: Das Privileg, Symbolgeld – Papier- oder Buchgeld – ohne entsprechende Produktionskosten zu erzeugen, steht dem Souverän zu. Im gegenwärtigen zweistufigen Geldsystem erzeugt der Souverän nur einen kleinen Teil der umlaufenden Geldmenge, während Geschäftsbanken den überwiegenden Teil als Giralgeld schaffen. Dieses System weist erhebliche Schwächen auf und begünstigt die Hypertrophie des Finanzsystems. Die Vollgeldreform will auch elektronisches Buchgeld zu einem vollwertigen öffentlichen Zahlungsmittel machen.
Leitsätze
Geldordnung wird durch das Was, das Wer und das Wie der Geldemission bestimmt.
Allgemeines Geld benötigt eine souveräne Gewährleistung.
Das Privileg der Schaffung von Symbolgeld gehört in öffentliche Hand.