Thema 2

Katallaktik

Gesellschaft ist kein Subjekt, sondern ein emergentes Geflecht spezifischer Beziehungen, das bestimmte Eigenschaften aufweist. Die logic of choice – der Optimierungsansatz – macht Gestaltdenken unmöglich. Sie geht von einem bereits geordneten Raum der Alternativen aus und abstrahiert von dem Prozess, in dem gesellschaftliche Koordination überhaupt erst entsteht.

Folgt man dem Denken des Mainstreams, lässt sich die Wirtschaft entweder durch zentrale Planung oder durch Märkte koordinieren. Das ist Nirwana-Ökonomik: Sie setzt voraus, was Gesellschaft aus sich heraus erst leisten muss. Die Formen Tausch und Geld sind dabei unverzichtbar.

Tausch ist die wichtigste soziale Form, durch die sich autonome Einheiten – Fremde – miteinander verknüpfen. Geld ist das dazugehörige Medium. Ohne Tausch und Geld kann sich eine moderne Gesellschaft nicht bilden. Auch der Kampf um Marktchancen findet innerhalb dieser Formen statt.

Der Staat wirkt sowohl innerhalb der Gesellschaft als auch als übergeordnete Institution. Er gestaltet den konflikthaften Prozess und soll ihn in nachhaltige Bahnen lenken.

Der Dyadiker betrachtet alles aus der Perspektive der Ressourcenoptimierung. Dem Triadiker geht es um Beziehungen. Erst ein spezifischer Typus gesellschaftlicher Beziehungen setzt den menschlichen Prometheus frei.


Leitsätze

Gesellschaft ist kein Subjekt, sondern ein Geflecht von Beziehungen.

Tausch verbindet autonome Einheiten; Geld generalisiert diese Verbindung.

Die Ordnung des Marktes entsteht in einem Prozess – sie ist nicht bereits vorausgesetzt.