Thema 3
Wirtschaft als System mit Gestalt
Die logic of choice versteht Allokation als simultane Optimierung über alles, was zur Verfügung steht. In der Wirklichkeit erfolgt Allokation dagegen als katallaktischer, also marktwirtschaftlicher Prozess über die Zeit.
Dieser Prozess besitzt Gestalt und bedarf der Gestaltung. Seine Gestalt emergiert aus der Gesellschaft als einem Beziehungsgeflecht und aus freiwilliger Kooperation, vor allem aus dem Tausch gegen Geld. Es handelt sich um einen intersubjektiven Prozess.
Gestaltung erfolgt durch Menschen und Institutionen, vor allem aber durch den Staat als übergeordnete Einrichtung. Staatliches Handeln beansprucht Zwangsgeltung. Der Staat ist nicht der Schöpfer der gesellschaftlichen Ordnung, sondern ihr Hüter und Pfleger. Aufgrund seiner Macht kann er sie allerdings auch beschädigen oder zerstören.
Leitsätze
Allokation geschieht in der Zeit und durch gesellschaftliche Prozesse.
Wirtschaftliche Ordnung emergiert, besitzt aber dennoch Gestalt.
Der Staat schafft diese Ordnung nicht; er kann sie hüten, gestalten oder zerstören.