Thema 4

Theorie versus Praxis

Der Mainstream denkt dyadisch, das heißt in Kategorien kausaler und instrumenteller Rationalität. Diese Konzepte kennen keinen Gestaltbegriff. Dazu braucht es mehr: das Konzept der Emergenz.

Moderne Gesellschaften sind emergente und offene Systeme. Man kann ihnen nur mit triadischen Denkkonzepten beikommen. Im Mit- und Gegeneinander der Subjekte entstehen in Tausch und Geld jene Formen, welche Gesellschaften funktionsfähig machen.

Handlungstheorien zeigen, wie Menschen in bestehenden Ordnungen handeln. Systemtheorien müssen dagegen zeigen können, wie Ordnungen entstehen, sich stabilisieren und reproduzieren.

Der moderne Mensch operiert im Zeichen des Geldes. Es gibt keine moderne Gesellschaft ohne Geld. Ökonomik, Soziologie und Philosophie behandeln Geld dennoch häufig als bloßes Hilfsmittel oder sogar als störende Variable.

Das Wirtschaftssystem ist nicht beliebig auswechselbar. Es ist in diesem Sinne inkontingent. Weil es aber Gestalt besitzt, kann und muss es politisch gestaltet werden.


Leitsätze

Handlungstheorien setzen Ordnungen voraus; Systemtheorien erklären ihre Entstehung.

Emergenz ist der Schlüssel zum Verständnis moderner offener Systeme.

Das Wirtschaftssystem ist nicht beliebig wählbar, aber politisch gestaltbar.